Nur weil du den Aufnahmetest für Veterinärmedizin nicht geschafft hast, heißt das noch lange nicht, dass du niemals mit Tieren arbeiten kannst. Du kannst dir deinen Traum immer noch mit einer dieser Alternativen erfüllen:

Tierärztliche Ordinationsassistenz

Eine sinnvolle Alternative zu einem Studium ist die Ausbildung zur tierärztlichen Ordinationsassistenz im Rahmen der Lehre nach Matura. Diese dauert zwei Jahre. Du kannst nebenbei schon Geld verdienen und somit auf eigenen Beinen stehen. Zusätzlich arbeitest du von Anfang an in der Praxis und musst nicht erst warten, um deinem Traumberuf nachzugehen. Mehr Informationen findest du in unserem Blogbeitrag „Alternative Veterinärmedizin: Tierärztliche Ordinationsassistenz“.

Tierpfleger*in

An der Vetmeduni Wien gibt es auch die Tierpflegeschule. Dort lernst du innerhalb von drei Jahren alles, was du für die Ausübung dieses Berufes wissen musst. Auf dem Lehrplan finden sich neben Pflichtgegenständen, wie z.B. Fachrechnen und Deutsch, viele interessante fachspezifische Fächer. Darunter Verhaltenslehre, Tierhaltung- und pflege, Vererbungslehre und Tierschutz.

Bewerben kann sich jede*r der/die die achte oder eine höhere Schulstufe absolviert hat. Im Jahresabschlusszeugnis muss man positiv in folgenden Fächern sein:

  • Deutsch
  • Mathematik
  • Biologie und Umweltkunde
  • Physik
  • Chemie
  • Englisch

Du musst mindestens 15 sein, um aufgenommen zu werden. Das Höchstalter beträgt bei Eintritt in die Schule 25 Jahre. Wichtig ist auch, dass man keine Tierhaar- oder eine andere berufsspezifische Allergie hat. Auch hier gibt es ein Aufnahmeverfahren, das aus vier Teilen besteht:

  1. Praktischer Test am Tier
  2. Schriftlicher Test
  3. Gespräch mit dem Direktor, oder einer anderen Führungskraft
  4. Motivationsschreiben

Solltest du diese Hürden meistern, könnte es an den Kosten scheitern. Die betragen nämlich für das Schuljahr 2020/21 € 2.580,- zusätzlich kommt nach ein Lehrmittel- und Materialbeitrag von € 460,- hinzu. Also im Vergleich zu einem Studium viel teurer.

Tierpsychologie

Hast du dir schon immer gewünscht, dein Tier könnte sprechen und dir sagen, was in ihm gerade vorgeht? Den Fernlehrgang „Tierpsychologie“ an der Akademie für Tiernaturheilkunde könnte dann interessant für dich sein. Natürlich wirst du dadurch nicht zum Tierflüsterer und kannst mit Tieren reden, aber du lernst deren Verhalten einzuschätzen und die Tier-Mensch Beziehung zu verbessern. Dadurch wird ein gerechter Umgang mit Tieren möglich. Die Ausbildung beinhaltet teilweise ähnliche Fächer wie die Humanpsychologie. Da Tierpsychologie eine empirische Wissenschaft ist, muss dir auch bewusst sein, dass viel mit Statistiken gearbeitet wird. Ansonsten lernst du unter anderem:

  • Allgemeine und spezielle Ethologie
  • Wie Kognition, Motivation und Belohnungssysteme funktionieren
  • Selbständige und kritische Beurteilung wissenschaftlicher Studien
  • Beurteilung von Spielverhalten, Lernfähigkeit und Begabungen

Den Lehrgang kannst du jederzeit starten. Voraussetzung ist, dass du mindestens 18 Jahre alt bist. Nach 18 Monaten bist du dann ausgebildete*r Tierpsycholog*in. Ganz billig ist die ganze Sache aber nicht. Die Kosten belaufen sich auf 2.484 €.

Tiermedizin in Deutschland

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit Veterinärmedizin in Deutschland zu studieren. Dort wird der Studiengang als „Tiermedizin“ bezeichnet. Allerdings gibt es auch hier ein herausforderndes Aufnahmeverfahren. Die Plätze werden seit 2020 nach folgenden Kriterien vergeben:

  • Auswahlverfahren der Hochschulen
  • Abiturbestenquote
  • Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ)

Beim Auswahlverfahren der Hochschulen (60% der Studienplätze) können die Unis verschiedene Kriterien zur Aufnahme heranziehen. Die Abiturnote ist weiterhin ein wichtiges Auswahlkriterium, allerdings sollen daneben soziale und kommunikative Kompetenzen, einschlägige Berufserfahrung, Studien-, Ausbildungs- oder Praxiszeiten und ehrenamtliches Engagement beim Aufnahmeverfahren stärker gewichtet werden. Der Großteil der Unis zieht das Ergebnis beim TMS (Test für Medizinische Studiengänge) als Hauptkriterium neben den Abinoten heran.

30 % der Studienplätze werden an die Abiturbesten vergeben.

Neu seit 2020 ist die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ). Hierbei werden 10 % der Studienplätze nach Kriterien vergeben, die die Hochschulen einzeln festlegen. Beispiele wären die Absolvierung eines freiwilligen ökologischen Jahres oder die Ergebnisse des Tests für medizinische Studiengänge (TMS), allerdings nur, wenn man mehr als 70 Punkte von insgesamt 178 erreicht. Dadurch kommt es zur Aufwertung dieses Testverfahrens, da dieses nicht nur in der Hochschulquote, sondern jetzt auch in der ZEQ berücksichtigt wird. Die Vergabe erfolgt nach einem Punktesystem mit maximal 100 erreichbaren Punkten.

Prinzipiell möglich ist das Tiermedizinstudium an den Universitäten in Berlin, Gießen, Leipzig, München und Hannover.